Sonntag, 18. April 2010

Ernährungsmythos: Obst kann man nie genug essen!

Fakt ist: Obst enthält viele wichtige Nährstoffe, Ballaststoffe, Vitamine, Mineralien und Vitalstoffe, außerdem hat es einen hohen Wasseranteil. Deswegen empfiehlt die DGE "5mal am Tag Obst und Gemüse" (gemeint sind 5 Portionen, die je eine Faust groß sind, also z.B. 2 Äpfel, 1 Kohlrabi, 1 Tomate und 1 Beilage Spinat).
Die meisten Obstsorten enthalten aber leider auch viel Zucker und Fruchtsäure. Daraus ergeben sich folgende Nachteile:

  • der Zucker greift die Zähne an, die Fruchsäure weicht den Zahnschmelz zusätzlich auf. Deswegen sollte man auch nicht direkt nach dem Genuss von Obst die Zähne putzen, das würde den aufgeweichten Zahnschmelz stark abtragen.
  • viele Menschen vertragen den Fruchtzucker nicht oder nur schlecht, was Magen- und Darmbeschwerden hervorrufen kann (Fructoseintoleranz ist sogar noch häufiger als Lactoseintoleranz)
  • viel Zucker = viel Kalorien. Trockenobst hat besonders viel - da kann eine kleine 100g-Tüte schonmal 450kcal haben (ungezuckert!) - das ist so viel wie eine Tafel Schokolade! am besten weg kommt noch die Papaya mit ca. 30kcal/100g. Ist aber leider auch schweineteuer.
  • Und wenn man täglich mehr Kalorien zu sich nimmt als der Organismus verbrennen kann, setzt man Fettreserven an – auch wenn die Kalorien aus vitaminreichen Früchten stammen.
  • der Fruchtzucker geht schneller ins Blut als normaler Zucker, treibt also den Insulinspiegel auch schneller nach oben, fatalerweise fällt er aber auch wieder rasch ab, sodass die Gefahr einer Unterzuckerung besteht.
  • Wer sich fast ausschließlich von Obst ernährt (z.B. Rohköstler), riskiert auch Nährstoffmängel. Denn obwohl es überaus gesund ist, enthalten Früchte nicht alle wichtigen Stoffe, die der Körper braucht. Zum Beispiel fehlt Eiweiß, Fett, bestimmte fettlösliche Vitamine sowie B-Vitamine.
  • - Obst wird oft mit vielen Pestiziden behandelt, Äpfel werden oft gewachst (Bienenwachs - also noch nicht mal vegan!). Deshalb vorher gut waschen und am besten Bio kaufen.
  • - die Klimabilanz von Südfrüchten ist ziemlich brutal. Transport, Lagerung, Reifung und Kühlung verursachen einen hohen CO2-Ausstoß. Besser ist saisonales regionales Obst, z.B. Äpfel, Birnen, Erdbeere (haben grad wieder Saison), Himbeeren, Stachelbeeren, Johannisbeeren, Kirschen, Pflaumen, Pfirsisch, Quitten (auch da immer auf den Herkunftsort achten, ich hab schon Äpfel aus Argentinien bei Alnatura gesehen)


wie immer macht die Dosis das Gift. Obst in Maßen ist gesund und ist ein wichtiges Bestandteil gesunder Ernährung. Man sollte es aber auch nicht übertreiben. Das Sprichwort "an apple a day keeps the doctor away" triffts ganz gut :-)

http://i270.photobucket.com/albums/jj101/babydollpaigesmith/Icons/o0p56e.jpg

Kommentare:

  1. Aber ist es nicht fakt, dass zu wenig Gemüse und Obst konsumimert wird?
    In dem Buch "Vegane Ernährung" von Dr. Gill Langley wir sogar von Untersuchungen geredet, bei denen auch die meisten Veganer zu wenig Obst und Gemüse essen. Aber auch, dass besonders Veganer zu viel Zucker durch Früchte konsumieren. Zucker ist Zucker.

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  2. viele leute essen zu wenig obst und gemüse, das stimmt. aber deswegen sollte man nicht einfach die eigene menge verdoppeln, sondern schauen wie viel man selbst isst und ob man den Bedarf damit deckt ;-)

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