Samstag, 17. April 2010

Ernährungsmythos: Frühstück


es gibt ne Menge Ernährungsmythen und Ernährungsregeln, die propagiert werden, ohne dass es dafür irgendeine plausible Begründung gibt bzw. die wissenschaftlich widerlegt sind, aber immer noch weiterleben, weil "das hat man immer schon so gemacht", z.B. "der Mensch braucht Fleisch um gesund zu sein". Ich glaub da müssen wir hier nicht drüber reden :-)
Heute hatte ich ein Gespräch, wo mein Gegenüber entsetzt war, dass ich morgens oft nicht frühstücke. Ich finde das nicht schlimm, wenn ich um 8 an der Ubahnhaltestelle stehen muss hab ich keine Lust schon um 7 und nicht erst halb 8 aufzustehen, nur um mir schnell ein Frühstück zu machen, was ich dann eh nicht genießen kann weil ich es eben eilig habe. Wirklichen Hunger habe ich morgens auch nicht.
Ich halte es für völlig falsch, sich zum Essen zu "zwingen", deswegen habe ich mich nie an die uralte Weisheit "Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König und Nachtmahl wie ein Bettler" gehalten. Ich bin deswegen trotzdem nicht weniger fit, im Gegenteil, wenn ich schon morgens nen vollen Magen habe fühle ich mich träge, und ich glaub mit ner halben Stunde Schlaf weniger würd's mir schlechter gehen. ^^
Argumente für ein Frühstück wären dass man damit Energie für den Tag tankt. Ohne Grundlage sei man weniger aufmerksam und könne sich schlechter konzentrieren, heißt es.

Stimmt das? da sind die Meinungen geteilt. Ich teile die Meinung, die Ernährungsmediziner Professor Volker Schusdziarra im Brigitte-Interview vertritt:

BRIGITTE: Warum essen wir morgens so energiedichtes Zeug? Braucht der Körper das?

Volker Schusdziarra: Nein, braucht er nicht. Das ist vor allem Gewohnheit und Tradition.

BRIGITTE: Wäre es womöglich eine gute Idee, morgens gar nichts zu essen? Umfragen zeigen, dass junge Frauen das aus Gewichtsgründen mehr und mehr tun...

Volker Schusdziarra: Durchaus. Aber es darf nicht zwanghaft werden. Es gibt ja Menschen, die gar nicht gern frühstücken, die würde ich auch nie dazu drängen. Das könnte nämlich dazu führen, dass sie mehr Kalorien am Tag verzehren und dann zunehmen, was durch Studien auch belegt ist.

BRIGITTE: Und es besteht nicht die Gefahr, dass Menschen, die morgens nüchtern bleiben, über den Tag doppelt und dreifach zulangen?

Volker Schusdziarra: Wir haben untersucht, wie sich jemand verhält, der mal frühstückt und mal nicht. Und da konnten wir ganz klar feststellen: Solche Leute überkompensieren nicht. Ihr Vormittagssnack - das so genannte zweite Frühstück - fällt nur geringfügig größer aus als sonst, gleicht aber nie das fehlende Frühstück aus.

BRIGITTE: Was ist denn nun die Botschaft aus all Ihren neuen Erkenntnissen zum Thema Frühstück?

Volker Schusdziarra: Solange jemand kein Gewichtsproblem hat, kann er essen, was ihm schmeckt, und muss nichts weiter beachten. Menschen mit Gewichtsproblem, die es lieben zu frühstücken, können das so beibehalten. Sie müssen dann jedoch die Kalorien an anderer Stelle während des Tages einsparen. Aber gerade das Frühstück bietet viele Möglichkeiten, deutlich Kalorien zu reduzieren, und das schafft mehr Essensfreiheit während des restlichen Tages. Legt jemand überhaupt keinen Wert aufs Frühstück, sollte er sich auch nicht dazu zwingen, sonst riskiert er Extrapfunde.


ich bin ja auch kein Bauarbeiter, sondern Schreibtischhocker, und dafür reicht meine Energie allemal ^^Ernährung ist eben individuell und es gibt keine allgemeingültigen Regeln, die für jeden passen.


Ich werd hier in Zukunft öfter mal über ein paar Ernährungsmythen schreiben, gibt ja auch genügend antiveganen Quatsch wie "der Mensch braucht Fleisch" oder "Milch ist gesund"

Kommentare:

  1. Das kenn ich.
    Aus unerklärlichen Gründen ist mir morgens oft schlecht, sodass ich einfach nichts essen kann. Manchmal geh ich dann nur mit einem Biss ins Brot ausm Haus.
    Bis auf meine Grundschullehrerin und meinen Op meinte noch nie jemand: Du musst frühstücken!
    Ich hol das einfach nach, wenn ich etwas länger wachgewesen bin, also gegen 9. ^^

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  2. Genau. Jeder wie er mag. Bei mir gibt es zum Frühstück Obst, nur Obst, und das tut mir sooo gut, weil ich Obst liebe.

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  3. Das bestätigt wieder meine Überzeugung, dass wir uns wenn wir auf unseren Körper hören, uns intuitiv gesund ernähren können.

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  4. das Problem ist oft, dass wir unseren Körper durch unsere Lebensweise so durcheinanderbringen, dass er durcheinandergerät und die falschen Signale sendet bzw. wir diese Signale falsch deuten.

    Kopfschmerzen können bei mir z.B. verschiedene Ursachen haben - Stress, zu wenig trinken, zu wenig bewegung, Erkältung...

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  5. Ha, du sprichst mir sowas von aus der Seele. DANKE! DANKE! DANKE!

    Ich versuch es ja gerade mit der Frühstückerei, aber ich glaub das ist nicht meins...

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