Mittwoch, 31. März 2010

Ökokapitalist Alnatura

heile Welt beim Bioladen? Pustekuchen...

Alnatura hält sich nicht an Tariflöhne

Die Bio-Handelskette Alnatura bezahlt ihre Mitarbeiter zum Teil unter Tarif. "Wir orientieren uns am Tarifvertrag - aber wir entsprechen dem Tarifvertrag nicht in jedem Detail", sagte die Sprecherin der Alnatura GmbH, Manon Haccius, am Dienstag im südhessischen Bickenbach. Vor allem das Einstiegsgehalt ungelernter Mitarbeiter könne unter dem Tariflohn liegen, sagte Haccius und bestätigte damit einen Bericht der "taz". Hingegen würden Lehrlinge und leistungsstarke Mitarbeiter deutlich besser bezahlt.
Die Tageszeitung "taz" berichtete am Dienstag, die größte deutsche Biomarktkette Alnatura bezahle beispielsweise einer Kassiererin einer Filiale in Berlin-Kreuzberg einen Stundenlohn von 9,73 Euro - und damit 33 Prozent weniger als den tariflich vereinbarten Mindestlohn. Selbst wenn man die Extraleistungen Gewinnbeteiligung, Urlaubs- und Weihnachtsgeld einbezieht, gehe die Alnatura-Kassiererin für die gleiche Arbeit mit rund 19 Prozent weniger Geld nach Hause als eine nach Tarif bezahlte Kollegin.
Die "taz" warf dem Unternehmen vor, als "Ökokapitalist" abzusahnen: "Obwohl das 26 Jahre alte Unternehmen mit mehr als 1300 Beschäftigten etabliert ist, akzeptiert es wie offenbar alle anderen Biohändler auch immer noch nicht die Tarifverträge mit ihren teils höheren Löhnen." Statt Tariflöhnen bekämen die Alnatura-Mitarbeiter Yoga-Kurse, schreibt das Blatt und zitiert Firmen-Chef und - gründer Götz Rehn: "Wir haben eine Bieneninitiative. Wir haben Theatergruppen. Wir haben einen Chor. Wir haben die Yoga-Gruppe. Wir haben Winterseminare. Das bedeutet ja alles eine Erhöhung des Gehalts." Alnatura müsse sich daher nichts vorwerfen lassen.

gelesen in der Frankfurter Rundschau

da kann man natürlich jetzt sagen "aber das machen doch alle." Mag sein, Unternehmen wollen immer Geld erwirtschaften, was auch vollkommen in Ordnung ist. Aber wenn man die Gruppe der "ethischen Konsumenten" ansprechen will und sich den Slogan "sinnvoll für Mensch und Erde" auf die Fahnen schreibt, dann finde ich das schon eine krasse Verarsche.
Fair gehandelte Produkte verkaufen, die eigenen Mitarbeiter aber nicht fair bezahlen ist paradox.

der Fairness halber noch das Statement, was Alnatura-Chef Götz Rehn auf den Artikel der taz gegeben hat: *Link dazu*

1 Kommentar:

  1. Wenn unsere eigenen bauern ihre milch u kartoffeln nicht loswerden, weil wir z.bsp. kartoffeln u zwiebeln aus aegypten kaufen, die dortigen menschen ausbeuten, meere mit den container schiffen versaeuchen, auf das leid anderer unsere nahrung beziehen, habe ich auch kein recht mich ueber die mindestloehne zu beklagen. WIR beuten aus u. werden - inzwischen selbst auch ausgebeutet.

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