Sonntag, 24. Januar 2010

Bioland-Präsident über Fleisch

im Interview mit der Süddeutschen anlässlich der Grünen Woche



sueddeutsche.de: Was sind Ihrer Meinung nach die größten Fehler der konventionellen Landwirtschaft, wenn es um Klimaschutz geht?
Dosch: Gravierende Missstände sehe ich bei der intensiven Fleischproduktion mit Importfuttermittel. Ein Teil des Fleisches, hier produziert, wird dann wieder in Drittländer exportiert. Ein gutes Geschäft, aber schlecht für das Klima. Außerdem essen wir mehr Fleisch, als aus gesundheitlichen Gründen gut wäre. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, 50 Prozent weniger Fleisch zu essen. Fleisch ist ein Luxus, der auch mit Raubbau verbunden sein kann. Daher plädiere ich auch für ein "Zurück zum Sonntagsbraten".
sueddeutsche.de: Wo wird Raubbau betrieben?
Dosch: Wie schon gesagt: Ein großer Teil der Futtermittel für unsere Mastschweine wird in Drittländern, vor allem in Südamerika, angebaut. Alleine Soja wird auf 2,6 Millionen Hektar in Drittländern als Tierfutter für Deutschland angebaut. Brasilianische Großgrundbesitzer machen ein gutes Geschäft damit. Die ländliche Bevölkerung hat deswegen keine Anbauflächen mehr für Lebensmittel. Also roden sie den Regenwald, um Acker zu finden. Da läuft etwas falsch.

Kommentare:

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  2. Eine wirklich beschämende Entwicklung, die wohl die meisten Deutschen ignorieren...

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