Samstag, 17. Oktober 2009

Calcium hilft beim Abnehmen. wieso man trotzdem nicht zu Milch greifen sollte

Kalzium hilft Ihnen beim Abnehmen! Kalzium täglich in einer Dosis von 1000 bis 1200 mg eingenommen, reduziert Ihr Gewicht pro Jahr um 0,4 kg, ohne dass Sie Ihre Nahrungsaufnahme einschränken.

(sagt zumindest mensvita, ähnliches kann man aber auch an anderen Stellen lesen).

Oft wird deswegen dazu geraten, vermehrt auf Milchprodukte zurückzugreifen, da diese einen relativ hohen Calciumgehalt hat. aber ist das wirklich so ein guter Rat?

nein, denn:

1.) kommt dies für Milchallergiker schonmal gar nicht in Frage: Besteht eine Allergie gegen Kuhmilch oder Hühnereier, ist das Weglassen (im medizinischen Sprachgebrauch: Karenz) der bekannten Allergene die beste Behandlung. Die Beschwerden bleiben aus und nach längerer Karenz kann sich die Milch-Ei-Allergie sogar teilweise zurückbilden.

2.) Mittlerweile zeigen verschiedene (länderübergreifende) Studien, dass Milch diese Krankheit eher fördert. Indikator dafür ist allein schon die Tatsache, dass Osteoporose vor allem in den westlich orientierten Ländern auftritt – wo ja hauptsächlich Milchprodukte konsumiert werden. Doch dank geschickter und langfristiger Konsumentenbeeinflussung hat die Milchindustrie es geschafft, einen Mythos um die Milch herum aufzubauen. Dabei ist Calcium ausreichend im Körper vorhanden und kann durch rein pflanzliche Kost problemlos abgedeckt, ja sogar besser aufgenommen werden als durch den Konsum von Milch.

3.) viel wichtiger ist sowieso die Aufnahme von ausreichend Vitamin D: Entscheidenden Einfluss auf die Calciumaufnahme aus dem Darm sowie die Einlagerung in die Knochen hat das
Vitamin D (Calcitriol).

In der Regel bildet der Körper das Vitamin in ausreichender Menge selbst. Die Synthese findet in der Haut, angeregt durch die UV-Strahlung der Sonne, statt. Anschließend wird die Vitamin-Vorstufe zunächst in der Leber, dann in der Niere zum fertigen Calcitriol umgewandelt.

Beachten sollte man auch fiesen Calciumräuber: Auch Kaffee ist, kannenweise getrunken,
schlecht für die Knochengesundheit, da das Koffein die Calciumausscheidung über die Nieren fördert.

Sogar Grundnährstoffe können den Calciumhaushalt beeinflussen. Dazu gehört zum Beispiel Eiweiß, wobei nur sehr große Mengen (etwa 50 Prozent mehr als empfohlen) zu einem geringen Calciumverlust führen. Wer seinen Fleisch- und Wurstkonsum etwas reduziert, ist ausreichend mit Eiweiß versorgt und bekommt gleichzeitig eine Extraportion Calcium.
Auch ein gesteigerter Verzehr von Zucker und Salz hat in einigen Studien auf ein erhöhtes Osteoporoserisiko hingewiesen.

4.) Gen-Milch: Den Kühen werden oft gentechnisch veränderte Pflanzen gefüttert - dies muss nicht gekennzeichnet werden! Patentierte Gen-Soja vergrößert die Abhängigkeit der Bauern von Agrar-Konzernen. Zudem wird Gen-Soja stärker gespritzt als herkömmliche Soja. Die giftigen Mittel gefährden Anwohner, verunreinigen Trinkwasser und bedrohen die Pflanzenvielfalt. Die Molkereien tragen durch die Duldung von Gen-Futter bei ihren Lieferanten zur Verbreitung der Risikosaat in Südamerika bei. Zudem bedroht der Anbau in Südamerika die letzten Urwälder. Riesige Flächen wurden gerodet, um Platz für die Sojabohne zu schaffen.

5.) Klimawandel: Neben gesundheitlichen Problemen und dem Leid der Tiere trägt die Milchindustrie verstärkt zum Klimawandel bei, da die Kühe das klimarelevante Treibhausgas Methan in enormem Maße produzieren.


aber was dann? andere calciumhaltige Lebensmittel verzehren! (zum Vgl: 100g Vollmilch liefern 120mg Calcium)

Lebensmittel: Calciumgehalt (mg/100 g)
getrocknete Feigen 250
Haselnüsse 226
Gartenkresse 214
Grünkohl 212
Petersilie 200
Leinsamen 198
Schnittlauch 165
Spinat 110
Fenchel 109
Broccoli 105
Tofu 105
Lauch 87
Bleichsellerie 80
Haferflocken 65
Erbsen 51
Sauerkraut 50
Kohlrabi 50
Roggenvollkornbrot 43
Orangen 42
Möhren 40
Himbeeren 40
Rotkohl 35
Johannisbeeren 30
rote Beete 28
Mischbrot 20
Blumenkohl 20
Kartoffeln 12

Lesetipp: Zeit-Artikel "Böse Milch? Gute Milch?"

1 Kommentar:

  1. den Kommentar mit der Werbung habe ich gelöscht.
    dies ist nicht der richtige Ort, um irgendwelche Wunderpräparate, an deren Verkauft man verdient, anzupreisen.

    AntwortenLöschen