Sonntag, 15. November 2015

Selbstversuche: Wie sie auch laufen können

Was die Profi-Redakteurin bei Ihrem Vegan-ohne-Plan-Selbsttest alles falsch gemacht hat, macht die Bloggerin Julia richtig:
Sie versucht zusammen mit Mann und Kindern 4 Wochen lang vegan zu leben, weil sie ihre Ernährung ändern will. Also eigentlich nur sie, ihr Mann isst daheim vegan mit, und die Kinder können machen was sie wollen.
Fängt zwar bös an mit Mandelmilch im Kaffee, die so gar nicht schmeckt (hm, mir schmeckt Mandelmilch im Kaffee total gut - aber ich kenn auch nur den von Alpro), aber dann probiert sie Soja- und Mandelmilch zu mischen, und ist versöhnt.
Außerdem hat sie im Gegensatz zu manch anderem Selbstversucher die glorreiche Idee, in der Bücherei in ein paar veganen Kochbüchern zu blättern. Heraus kamen Nudeln mit irgendwas, vegane Burger mit Süßkartoffelpommes, Sellerieschnitzel mit Kartoffelpüree und Vanillepudding.
Sie empfindet einkaufen und kochen zwar als aufwändig, aber das ist auch nicht wirklich überraschend. Bei allem was man ausprobiert muss man sich erstmal reinlesen und rumtesten. Das ist beim Balletttanzen nicht anders als beim Fasten oder eben Vegan Essen.
Wie sie es schafft, dass angeblich ihr Süßjieper dadurch weggeht, ist mir schleierhaft. Den Effekt hatte ich leider nie...


Lest selbst: http://julialauna.blogspot.de/2015/11/das-experiment-4-woche-vegane-ernahrung.html

Sonntag, 25. Oktober 2015

nichts neues von den Selbstversuchen

Die gute Nachricht: Es gibt einen neuen Selbstversuch. Die schlechte: Es ist wie bei allen Selbstversuchen.

Redakteurin Stephanie von der Nürnberger Zeitung isst 7 Tage vegan. In Worten: Sieben. Hat sie gewagt. Der Grund:
Vegan essen ist eine Herausforderung, vor allem für einen Fleischfresser und eine Naschkatze wie mich. Deshalb habe ich ein Experiment gewagt und eine Woche lang auf Eier, Milchprodukte, Honig und Fleisch verzichtet.
Stephanie liebt also die Herausforderung. Dafür geht sie allerdings etwas zaghaft vor:
Schon im Supermarkt bekomme ich ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Die ersten Zweifel melden sich, wie soll ich nur eine Woche ohne Milchprodukte überleben?

Also wem schon beim Einkaufen mulmig wird, der ist ein Riesenschisser, ziemlich doof und/oder kriegt sonst auch nicht wirklich was auf die Reihe. Die Supermarktregale sind voll. Selbst wenn man Milchprodukte liebt, wird man doch wissen, dass man trotzdem noch Marmeladenbrötchen frühstücken kann. Aber Stephanie entscheidet sich für Vollkornflakes mit Soja-Hafer-Drink. Wohl keine gute Entscheidung:
Dieser ist ungleich der rein weißen Milch, gräulich. Visuell ansprechend ist das schon mal nicht. Geschmacklich ist es eine Katastrophe, vor allem der leicht getreidereiche Geschmack im Abgang.
Igitt, Getreidegeschmack! Also das geht ja schonmal gar nicht. Getreide schmeckt doch keinem. Deswegen macht man ja immer Belag aufs Brot; damit man das doofe Getreide nicht schmeckt.
Und wieso bitte kann der Hersteller den Drink nicht bleichen? Macht man doch bei Papier aus. Es sollte eine EU-Richtlinie geben, dass nur noch schneeweiße Getränke verkauft werden dürfen. Da fällt mir ein, es gibt sogar Leute, die tun sich Sachen in die Milch, dass die hinterher nicht mehr schneeweiß ist. Z.B. Kaffee oder Kakao. Wie können die bloß dieses braune Zeug runterkippen?

Auf der Arbeit gibts nur Obst, Gemüse und Studentenfutter, in der Kantine muss sie mitansehen, wie die anderen sich lecker Schnitzel reinpfeifen, während sie Tomatenreis und Karotten mümmelt. Hört sich eigentlich auch ganz lecker an, aber nicht grad sättigend.
Abends gibts dann vor lauter Hunger Vollkornnudeln mit Tomatensoße. Man merkt schon: Da ist die Meisterköchin am Werk.
Dann stellt sie noch enttäuscht fest, dass im Miniregal mit veganen Süßigkeiten des Supermarkts, eine Tafel vegane Schokolade 3€ kostet. Hört sich nach Edeka an. Dass es auch normale Zartbitter-Schoki oder Rittersport-Marzipan überall für unter nen Euro zu kaufen gibt, hätte man rausfinden können. Aber so investigativ ist die Journalistin wohl nicht.
Sie greift zum Nougattaler, der angeblich auch nicht schlecht schmeckt.

Das war dann wohl auch das Highligt, beim nächsten Mittag gibts Klos mit Brokkoli und Tomatensauce.
Geschmacklich ein absolutes Desaster, aber für das Auge ein Hingucker. Langsam bekomme ich das Gefühl, dass diese Woche endlos lang für mich wird. Das Essen macht einfach keinen Spaß mehr, wenn ich vorher ständig überlegen muss, was ich essen darf und was nicht!
Deswegen überlegt man sich eigentlich am besten vorher, was man essen könnte. Bis man das automatisch drauf hat. Oder müsst ihr noch stundenlang überlegen, was ihr zum Frühstück macht?

Beim Bäcker scheints dann auch nix zu geben. Die Brezeln sind mit Schweineschmalz. Hm, aber was ist mit Kaiserbrötchen, Vollkornbrötchen, Roggenbrötchen? Hätte man mal nachfragen können.

So gibts denn Döner mit gegrilltem Gemüse, Salat und Kichererbsensoße. Hört sich lecker an, aber sie findets ohne Fleisch doof. Und das Hummus ist ihr zu bitter.

Schon Tag 4 gibt sie als Tiefpunkt an. Pommes mit Ketchup, weil im Supermarkt kein veganes Fertiggericht. Da wär ich auch knatschig. Komisch, dass mir sowas nicht passiert. Obs daran liegt, dass ich die erste an der vegane-Fertiggerichte-Theke bin? Oder doch eher daran, dass ich mir dann halt was leckeres Selbstgekochtes mitnehme? Und das ohne Superköchin zu sein. Aber ne Gemüselasagne kriege ich hin. Stephanie aber greift zum Salat und "unterdrückt Wut und aufsteigende Tränen". 
Anfangen zu heulen, weil das Lieblingsmampf aus ist, srsly?!? Ich dachte sowas gibts nur bei Kleinkindern.

Tag 6 scheint dann ganz gut zu laufen, weil Selbstkochen. Na bitte. Hätte man vlt schon früher mit anfangen sollen.

Am letzten Tag dann noch das obligatorische Tofu-ist-doof-Statement, damit das Bullshit-Bingo voll wird.


Man könnte fast ein bisschen Mitleid haben, wenn es nicht so typisch First World Problems wäre und man das ganze mit etwas Vorbereitung und Selbstkochen vermeiden hätte können.

Link zum Artikel: Selbstversuch: So fühlt es sich an, eine Woche vegan zu leben

Sonntag, 20. September 2015

Mausflaus testet "Vegan quick&easy" von Björn Moschinski

Ich mag den Moschinski ja :) Dreadlocks, lockerer Style, nicht abgehoben. Dazu mag ich seinen Kochstil: Gesund, einfach gehalten, nicht zu viele abgedrehte Zutaten, gemüselastig. Deswegen freue ich mich sehr, dass mir der Südwest-Verlag freundlicherweise ein Exemplar von Björns neuem Kochbuch geschickt hat.

"Vegan quick&easy"; genau das ist mein Ding! Schon die Beschreibung klingt so, als ob das Buch an für zwar interessierte, aber weder besonders begabte noch fleißige Kocher wie mich gerichtet ist:

Vegan quick & easy

Über 60 Blitzrezepte


Gebundenes Buch, Pappband, 144 Seiten, 21,0 x 26,0 cm
ca. 60 Farbfotos
ISBN: 978-3-517-09426-7 € 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90 * (* empf. VK-Preis)
Verlag: Südwest

Erscheinungstermin: 14. September 2015
Schnell und raffiniert ist kein Widerspruch, wenn es um die vegane Küche geht. Björn Moschinski verspricht in seinem neuen Kochbuch leckere und gesunde Gerichte mit nur 30 Minuten Zubereitungszeit und knüpft mit vielen kreativen Ideen an den Erfolg seiner Vorgängerbücher an. Björn Moschinski, der bekannteste vegane Koch der Szene, zeigt in über 60 herzhaften und süßen Rezepten, dass vegan Genießen lecker, vielfältig, aber vor allem schnell zu kochen istund begeistert damit auch alle, die zeitweilig eine Ernährungsalternative suchen.

Erstmal gibts ne super Übersicht, danach folgen Infos über Veganismus, Warenkunde, Ernährung:

 

Ihr seht selbst, die Texte sind kurz und knackig, aber informativ. Sehr gut, denn Leute die keien Lust haben, lange zu kochen, haben auch meistens keine Lust, lange zu lesen ;)

Dann gehts los mit den Express-Rezepten:
- Salat (+Smoothies)
- Suppen
- Ofen
- Herd
-Süß

Ein paar Beispiele:








Keines der Rezepte hat eine längere Zubereitungszeit als 30min; und ich glaube auch, dass die für Kochanfänger machbar sind. Beim ersten Ausprobieren vlt etwas mehr, da man immer nochmal in die Anleitung gucken muss. Die Rezepte sind unkompliziert und gehen mit größtenteils gängigen Zutaten wie Gemüse, Obst, Getreide, Nudeln. Nur bei einigen werden exotische Früchte, Algen o.ä. benötigt.
Soja wird gelegentlich eingesetzt, aber nicht übermäßig. Mal ein Räuchertofu, Pflanzendrink für das Risotto o.ä. Was ich ein bisschen geschummelt ist, ist der Einsatz von Halbfertigprodukten; z.B. Blätterteig oder Tortillas. An sich nicht verwerflich, aber nen Tortilla mit was belegen oder den Fertigteig um etwas rollen, ist für mich kein echtes Kochen.

Insgesamt gefällt mir die ansprechende Aufmachung; nahezu jedes Rezept ist bebildert und hübsche Bilder von Björn sind auch drin (aber keine peinlichen Poser-Grinsebilder à la Hildmann) :) . Die Rezepte sind gut beschrieben und in wenigen Schritten befolgbar. Dazu sind sie größtenteils gesund, da viele gesunde Zutaten eingesetzt werden.

Also definitiv eine Kaufempfehlung für Vegan-Anfänger, Leute, die wenig mit Kochen am Hut haben, sich aber nicht bloß von Pommes und Ketchup ernähren wollen. Kleine Einschränkung: "Blitz-Rezepte" sind es aber nicht gerade. Denn es gibt kaum eins, was weniger als 15min Zubereitung braucht; dazu kommt dann noch die Kochzeit. Da braucht man zwar nicht ungeduldig vorm Herd stehen, aber wenn man wegmuss, dann zählt jede Minute.
Das Buch ist nichts für anspruchsvolle Köche, denn die dürften die meisten Rezepte schon kennen. Kann man sich bei dem Titel aber auch denken.

Vielen Dank an den Südwest-Verlag fürs Zurverfügungstellen!

Sonntag, 16. August 2015

Mausflaus testet: Gerstengraspulver von jomu

Jomu alias gerstengras-natur.de war so nett, mir einen Beutel Gerstengraspulver zur Verfügung zu stellen, außerdem welches in Tablettenform und ein leckeres Marmeladenpröbchen:



Gerstengraspulver hat mich schon länger interessiert, weil es in Sachen Superfood ein ziemlich neuer Trend ist. Sowas wie Smoothie in Pulverform.
Ich habe mich mal kritisch mit den Versprechungen auseinandergesetzt, die überall, so auch auf der Shopseite geäußert werden:

jomu®Gerstengraspulver ist eine sensationelle Quelle aus lebenswichtigen Nähr- und Vitalstoffen, denn es enthält
  • 2 mal mehr Kalium als Weizengras (Gerstengras Pulver reguliert den Blutdruck / Herzschlag)
  • 5 mal mehr Eisen als Spinat (Gerstengras Pulver ist an der Blutbildung beteiligt)
  • 2 mal mehr Kalzium als frische Kuhmilch und Weizengras  (Gerstengras Pulver stärkt die Knochen)
  • 30 mal mehr Vitamin B als in Milch (Gerstengras Pulver optimiert den Stoffwechsel)
  • 7 mal mehr Vitamin C als bei gleichgewichtiger Orange (Gerstengras Pulver unterstützt das Immunsystem)
  • Hoher Chlorophyll-Anteil (Chloropyll ist Leben - Gerstengras Pulver bildet und reinigt das Blut)
  • Über 20 verschiedene Enzyme (Gerstengras Pulver schützt den Körper vor krebserregenden Stoffen)
  • Über 20 verschiedene Aminosäuren (Gerstengras Pulver baut Zellen und Gewebe auf)
  • Hoher Anteil an Folsäure (Gerstengras Pulver hilft bei Wachstumsprozessen im Körper und Blut)
  • Hoher Anteil an Serotonin (Gerstengras Pulver macht glücklich und steigert Wohlbefinden)
  • Hoher Anteil an Bioflavonoide (Gerstengras Pulver ist ein natürlicher Vitaminverstärker)
Des Weiteren enthält jomu®Gerstengraspulver wertvolle Mineralstoffe wie Magnesium, Natrium, Zink, Phosphor und Kupfer. Seltene Spurenelemente wie Selen, die für den Zellschutz und die Schilddrüse relevant sind, Mangan (Knorpelaufbau) sowie Chrom, Silizium und Molybdän.
Außerdem ist jomu®Gerstengraspulver reichhaltig an Vitamin A, E und K sowie Folsäure und Pantothensäure.
Das hört sich ja alles supertoll an. Aber:
Es wird keine Referenzmenge genannt. Dass etwas in Pulverform viel konzentrierter ist als normales Gemüse, versteht sich von selbst. Von daher halte eich es für irreführend, ein Pulver mit frischem Spinat zu vergleichen. Zumal man von Spinat locker 200g isst; bei dem Gerstengraspulver die empfohlene Menge, die auch nicht überschritten werden soll, 3 TL à 3,5g = 11,5g ist. Ähnlich verhält es sich mit dem Milch-Vergleich. bei 3 TL Gerstengras nimmt man 45mg Calcium zu sich; empfohlene Tagesmenge ist 800mg. Also eigentlich nicht nennenswert.
Etwas verwirrend finde ich auch, dass B12 ausgelobt wird, nämlich 0,5mcg Cobalamin (Nährwerte sind *hier* aufgeschlüsselt). Mein Wissensstand ist, dass B12 in keinem pflanzlichen Produkt enthalten ist, sondern nur für den Menschen nicht verwertbare B12-Analoga. Allerdings war das bei Bier und Sanddorn nicht ganz geklärt. Wenn da jemand fundiertere Kenntnisse hat: Bitte her damit.
Vitamin C interessiert mich nicht, und sollte auch sonst niemanden interessieren. Denn davon kriegt man mit der täglichen Nahrung mehr als genug. Selbst wenn man nur Fertigzeug isst; denn in Konserven wird häufig Ascorbinsäure (=Vit C) als Konservierungsmittel eingesetzt. 
Mit Enzymen und Aminosäuren kenne ich mich nicht so aus; aber da die eigentlich überall drin sind, glaube ich, dass es nicht notwendig ist, die noch zu supplementieren.
Zusammenfassend hören sich die Versprechungen für mich etwas zu hoch gegriffen an. Auch, dass man eine viel tollere Haut, weniger Rheuma, mehr Stressresistenz u.ä. kriegen soll. Von daher ist Gerstengras in meinen Augen kein super-Superfood. Ich will aber nicht sagen, dass man nicht doch einen Gesundheitsnutzen hätte. Aber sowas ist halt auch schwer messbar.... Wenn man dran glaubt, fühlt man sich natürlich besser. Ich persönlich hab in der Woche, in der ich das Gerstengrad nehme, jetzt nix direkt gemerkt.


Zur Zubereitung: Gerstengras ist ein grünes  Pulver. Man kann es in Wasser, den Smoothie oder Joghurt rühren. Smoothie-Rezepte findet ihr *hier*. Da sind auch hübsche Törtchen, Schichtdessert, Suppe und Gemüsepäckchen bei.
Ich habe pro Glas 3 Tl Gerstengras genommen, noch Süßstofftabletten dazu und fand dass das sogar ein überraschend leckerer Drink war. Ich hatte nämlich erwartet, dass es ähnlich eklig wie Heilerde oder Guarana schmeckt. Schmeckt aber ganz ähnlich wie Spinat, leicht salzig, ein bisschen herb und nach Gemüse. Und so sieht das dann aus:







Fazit: 
Man kann mit ein paar Löffeln Pulver einen gesunden Drink zaubern. Echte grüne Smoothies sind allerdings gesünder. Und das Pulver ist ziemlich teuer. 300g kostet 27,80€. Da die Herstellung relativ aufwändig ist, und es sich um reines Gerstengrad in Bio-Qualität handelt, ist das wahrscheinlich sogar angemessen. Aber ich finds halt arg teuer. Von daher würde ich persönlich wohl keine Packung nachkaufen. Aber wenn, dann kann ich den Shop von Jomu uneingeschränkt empfehlen. Die Seite ist nett aufgemacht, übersichtlich, mit vielen Infos und das Paket war supiflotti da. Und: es war kein großes Knisterfoliengedöns drin, sondern nur Packpapier als Füller. Gesundheit und Ökologie geht also gut zusammen :)
Ich glaube zwar, dass es gesund ist, aber nicht soooo gesund, dass ich zur strahlenden superfitten Gerstengraskönigin werde. Wenn ihr Gelegenheit habt, es mal auszuprobieren zb auf einer Gesundheitsmesse; greift zu ;)

Ein Tipp noch zum Schluss: Hinterher gut Zähneputzen!!! Das Pulver löst sich zwar gut auf, aber man hat gern doch noch nen grünen Film in den Zahnzwischenräumen, und grüne Zähne sehen absolut widerlich aus.
Und am besten auch nicht gerade weiße Kleidung anhaben. Ein bisschen staubt es immer. 

Vielen Dank an jomu fürs Zurverfügungstellen!








Samstag, 11. Juli 2015

Billiges Fleisch, teurer Tierschutz - Frontal 21

Ich schau eigentlich keine Berichte über Tiere in der Nahrungsmittelproduktion, weil ich denke, es betrifft mich nicht wirklich; ich kenne die grundsätzliche Problematik und es bringt nix, wenn ich mir das reinziehe, sondern frustriert mich nur. Dass einiges im Argen ist, ist doch echt nix neues; und was genau da alles schiefläuft, das mag ich gar nicht alles wissen. Diesen Bericht habe ich eher zufällig gesehen; und fand ihn so bezeichnend für das Grundproblem, dass ich ihn teilen möchte:

Überblick über die Sendung Frontal21 vom 7.Juli 2015 

Eigentlich sind sich alle einig, dass man Tiere nicht quälen darf, um sie zu leckerem Essen zu verarbeiten. Deswegen hatte man die Idee, den Schweinen ein bisschen Stroh in den Stall zu geben und ein paar Quadratmeter mehr. Das nennt sich dann "Tierwohl-Label" und ist entsprechend teuer, weil ja auch in der Produktion (es ist so ekelhaft, in dem Zusammenhang von Produktion zu sprechen) mehr Kosten entstehen. Alle finden das gut. Aber keiner will es zahlen. Jedenfalls nur ein verschwindend geringer Teil.
Letztlich ist es eh nur eine minimale Verbesserung; aber ich finde, da sieht man schon das grundsätzliche Problem: Die Leute kennen das Leid, wollen es aber am liebsten nicht sehen und kaufen einfach ein wie bisher: Viel und billig. Hauptsache es schmeckt. Aber die Hersteller sind voll böse. Weil die quälen ja die Tiere. Und das finde ich frustrierend... Dass sich NIE was ändert!
Ich bin ja auch kein Engel, von daher will ich mich von der Kritik gar nicht ausnehmen. Denn ich kaufe ja auch nicht so ethisch ein, wie ich könnte. Nee, ich kauf den normalen Pulverkaffee, weil der einzige Fair trade-Pulverkaffee dreimal so teuer ist und fünfmal so schlecht schmeckt. Aber bei Fleisch/Tierprodukten ist das eine völlig andere Dimension; weil da viel größeres Leid von viel mehr Lebewesen für noch kleinere Geldbeträge verursacht wird. Ich weiß, es tut sich schon was; aber wenn ich sowas sehe, frage ich mich wirklich, in was für einer Welt ich lebe.

Mittwoch, 17. Juni 2015

Mausflaus testet: basische Körperpflege

Keimling Naturkost (das sind die mit dem Vitamix) war so nett, mir einige Produkte aus ihrer Kategorie "basische Körperpflege" zur Verfügung zu stellen, und zwar (von links nach rechts):


pH-Cosmetics basische Haarspülung
pH-Cosmetics basische Beinlotion
pH-Cosmetics basisches Peeling

Ehrlich gesagt bin ich kein Anhänger von diesem Säure-Basen-Geunke, von daher spar ich mir mal jegliche Ausführung zu angeblich zu "saurer" Kosmetik. Wen es aber genauer interessiert, kann die Hintergründe im Info-Flyer des Herstellers nachlesen.


Alle pH Cosmetics Produkte für die basische Körperpflege sind:
  • frei von Erdölprodukten
  • frei von Unreinheiten
  • frei von tierischen Produkten
  • frei von alkoholischen Lösungsmitteln
  • frei von Konservierungsstoffen
  • frei von alkoholischen Zusätzen
Die Haarspülung ist ohne Silikone, das Peeling ohne Mikroplastik, sondern mit natürlichen Schleifpartikeln.
Also selbst wenn man nicht an dieses Basisch-Heilversprechen glaubt, kriegt man tolle, pflegende Produkte mit hochwertigen Inhaltsstoffen, die auch noch vegan gekennzeichnet sind.
Ich fand die Produkte alle toll; das Peeling peelt gut, ohne dass es einem die Haut wegätzt, die Haarspülung macht die Haare toll weich und kämmbar, ohne sie allzu sehr zu beschweren und die Beinlotion hat eine perfekte Konsistenz, sodass man sie gut am Körper verteilen kann, sie zieht gut ein und hinterlässt keinen Fettfilm. Nur weil die "Beinlotion" heißt, heißt das ja nicht, dass man sie nicht auch für was anderes als die Beine nehmen könnte ;)
Die Produkte riechen allesamt dezent frisch und angenehm. Als ich die Flaschen geöffnet habe, hatte ich zuerst die Assoziation "Saunaaufguss", also so Richtung Fichte. Aber nicht so intensiv wie in der Sauna, sondern wirklich dezent. Kommt wohl von den Frischpflanzenextrakten und den Pflanzenölen; synthetische Aromen sind laut Zutatenliste nicht drin.
Was ich noch positiv hervorheben möchte, ist, dass die Flaschen zwar aus Plastik sind, aber verpackt war alles ausschließlich in Papier! Ich ärger mich immer, wenn ich tonnenweise Knisterfolie in einem Paket finde. Das Keimling-Paket war nur mit Papier ausgelegt, und die Flaschen noch in Papier eingewickelt. Find ich eigentlich auch überflüssig, da das echt stabile Dinger sind, aber erhöht die Spannung beim Auspacken *g*

Also ich kann die Produkte durchweg empfehlen. Allerdings sind sie ganz schön hochpreisig; 7 bis 14€ pro 100ml. Von daher habe ich mich natürlich doppelt gefreut, dass Keimling mir die Sachen kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank dafür!

Dienstag, 9. Juni 2015

Lesetipp: veganes Teeniebuch "Ich liebe dich, Lorelai", von Fenia Kubin

Diesmal kein wirklicher Test, sondern ein relativ blinder Tipp, da ich das Buch nicht selbst gelesen habe. Die Autorin Fenja Kubin hat mich angeschrieben mit der Bitte, ihr Buch zu promoten, und ich fand die Sache unterstützenswert, sodass ich es zumindest einen Blogpost wert fand.

"Ich liebe dich, Lorelai" ist eine Teenie-Erotik-Romanze mit der Besonderheit, dass die Protagonisten ganz nebenbei vegan leben. (Und die, die es nicht tun, entwickeln sich ganz nebenbei zu Veganern.)
Die Idee dahinter ist, auch Romane zu schreiben, die das Thema Vegan wie selbstverständlich in die Mitte der Gesellschaft rücken. Der Text ist für Omnis wie für Veganer :)
Kein Zeigefinger, das Wort "vegan" kommt nur im Anhang vor. Vordergründig ist es also eine ganz normale Teenie-Erotik-Lovestory, in der die Figuren eben keine Milch trinken und kein Fleisch essen.

Ich mag weder Teenie noch Erotik noch Lovestory, sodass es für mich persönlich nix ist, egal wie gut es geschrieben ist. Aber wenn man zur Zielgruppe gehört bzw. jmd davon kennt, könnte ich mir vorstellen, dass es eine gute Idee ist. Gerade wenn man einem Teenie den Veganismus etwas schmackhaft machen will, ohne gleich zu "missionieren". Dadurch, dass weder im Titel, noch in der Beschreibung das böse Wörtchen "vegan" auftaucht, kann man jmd etwas Veganes unterjubeln. Und allein schon, dass die Teenies wie selbstverständlich Pizza mit Hefeschmelz essen, sorgt unterbewusst dafür, dass man vegane Ernährung als normal ansieht. Das sind ja genau die Tricks, mit denen die Werbung arbeitet; je häufiger man etwas gesehen/gehört hat, desto eher ist man bereit es zu akzeptieren. Das nennt man subtil :)

Das Taschenbuch mit 402 Seiten kostet 8,99€, das ebook auf amazon 2,99€; ist also auch nicht teuer. So wie ich das verstehe, ist es wenn man einen kindle hat, auch kostenlos in der amazon-online-Bibliothek auszuleihen.
Und es gibt natürlich eine Leseprobe.

Zum Schluss noch die Links: